Latente Bilder (2016 - present)

Latente Bilder

2016 - present

Eine Junge Frau im Bademantel auf einen Sessel der späten 80er-Jahre sitzend (Hochformat) 2016

Lichtdicht verpacktes, belichtetes 4x5 inch Negativ, gerahmt hinter Glas, 53 cm x 43 cm

Bauminsel an einem frühen Sommerabend im Burgenland (Querformat) 2016 

Lichtdicht verpacktes, belichtetes 4x5 inch Negativ, gerahmt hinter Glas, 53 cm x 43 cm

36 Schnappschüsse der Wiener Innenstadt aus dem D-Wagen Richtung Nussdorf ( Querformat) 2017

Lichtdicht verpacktes, belichtetes 4x5 inch Negativ, gerahmt hinter Glas, 53 cm x 43 cm

Langzeitbelichtung zweier Personen beim herstellen von Prints in einer Dunkelkammer. Atelier Erlachgasse 128 (Hochfromat) 2017

Lichtdicht verpacktes, belichtetes 4x5 inch Negativ, gerahmt hinter Glas, 53 cm x 43 cm

Portrait meiner Mutter kurz nach Ihrem 60. Geburtstag, auf dem Parkplatz vor dem Hamburger Flughafen (Hochformat) 2017

Lichtdicht verpacktes, belichtetes 4x5 inch Negativ, gerahmt hinter Glas, 53 cm x 43 cm

 

 

In seiner Serie “Latente Bilder” betrachtet und zersetzt Bastian Schwind Konventionen der fotografischen Abbildung. Zu sehen sind fünf belichtete Negative, verpackt in einer lichtdichten Umhüllung. Die scheinbar „leeren“ Bilder präsentieren sich in einer Phase der Latenz, in welcher die Information des darzustellenden Bildes als unerschlossenes Potenzial existiert. Der Künstler verweist dabei auf die Möglichkeit des Bildes außerhalb der gewohnten Rahmenbedingungen von visueller Wahrnehmung.Die Arbeiten erstehen als subjektive Interpretationen, wobei deren Titel dem Betrachter als Anhaltspunkte bei der Visualisierung des latenten Bildinhalts dienen. Das Bild transzendiert seine Beschaffenheit als Dokument, und gestaltet sich in wechselseitigem Dialog mit seinem Betrachter.Durch die Reduktion von Inhalt und Form auf die konzeptuelle Idee von visueller Information beharren die Werke auf eine Auseinandersetzung mit perzeptiven Gewohnheiten und den normativen Bedingungen der eigenen Interpretation. Analog zur Auseinandersetzung mit den Rahmenbedingungen des visuellen Informationsaustauschs erweitert sich mit den Arbeiten auch der Diskurs über eine allgemeine Definition der Fotografie.

In his Photographic Series ‘Latente Bilder’ Bastian Schwind identifies and subverts the conventions of photographic vision.  Exhibited are five exposed negatives rapped in a light impermeable foil. The seemingly ‘blank’ images are shown in a latent stage in which pictorial information is captured without being disclosed.  The artist plays with the certainty that an image exists outside conventional frames of perception and information exchange. The works become a purely subjective form of interpretation, in which titles guide imagination and associations to visualize the latent scenery. The images thereby transcend their inevitable function as a document, and become part of a mutually constitutive dialogue with the beholder. This might highlight, in general, the individual reality that persists in the automated and objective medium of photography. By reducing content and form to the conceptual idea of visual information, the artworks confront the perceptive habits and normative frames of interpretation.The works thereby challenge the boundaries of our conception of what defines a pictorial information exchange and photography as such.

Text: Victoria Reuss